Trimmen beim Hundefriseur – eine Wohltat für Ihren rauhaarigen Freund auf vier Pfoten

Bevor ich Ihnen erkläre, warum Trimmen für Ihren Hund eine Wohltat ist, sollten Sie wissen, dass er dabei keine Schmerzen empfindet. Das Wort selbst klingt etwas hart und manche Hundebesitzer scheuen sich deshalb, Ihren treuen Gefährten zum Trimmen zu bringen.

Welche Hunde sollen getrimmt werden?

Die Haare im Hundefell sterben wie beim Menschen ab. Bei den rauhaarigen Rassen findet jedoch kein Fellwechsel statt. Das abgestorbene Haar verbleibt im Fell und verdichtet oder verknotet sich mit der Zeit.

Es kommt deshalb keine Luft mehr an die Haut, sie juckt, ist gereizt und reagiert im schlimmsten Fall mit Ekzemen, Pilzbefall oder Entzündungen. Dies gilt nicht nur für verfilzte langhaarige Gesellen, sondern genauso für die rauhaarigen. Langhaarige Hunderassen werden gecardet, während harthaarige Rassen getrimmt werden.

 

Diese Hunderassen gehören getrimmt:

  • Alle Schnauzer-Arten
  • Alle Terrierhunde
  • Setter
  • Spaniel
  • Rauhhaardackel
  • Alle Griffons
  • Mischlinge, die einen Rauhaaranteil haben
  • u.v.m.

Was passiert beim Trimmen und wie wird getrimmt?

Das Fell eines Rau- oder Harthaarhundes besteht aus drei Schichten. Zum einen die Unterwolle, es folgt das nachwachsende Deckhaar und dann das lange Deckhaar. Stirbt das obere Deckhaar ab, beginnt der Hund zu haaren. D.h. einen Teil verliert er und das sehen Sie dann auch in der Wohnung. Der größere Teil verbleibt aber im Fell und sorgt so für geringere Luftzufuhr für die Haut. Er beginnt sich zu kratzen, um das tote Haar selbst zu entfernen. Der Hund ist nun reif fürs Trimmen.

Das abgestorbene Haar steckt noch im Follikel. Das ist auch der Grund, warum das Haar nicht so leicht ausfällt, sondern im Fell verbleibt. Beim Trimmen wird es sozusagen mit der Wurzel ausgezogen. Das klingt schmerzhaft, ist es aber nicht. Es ist ja abgestorben. Ein verantwortungsvoller Hundefriseur wird niemals lebendiges Haar mit herausziehen. Dies wäre für den Hund tatsächlich unangenehm.

Trimm-Methoden

Eine Möglichkeit ist, das Fell mit einem Trimmmesser zu bearbeiten. Hier wird mit einem stumpfen Messer das tote Haar herausgeholt. Dabei presst man einige Haare mit dem Daumen gegen die Klinge und zupft sie ruckartig heraus.

Die andere Möglichkeit, die ich bevorzuge, ist, mit der Hand zu trimmen. Das Fell wird so nicht nur sauber bearbeitet, für den Hund ist dies auch angenehmer. Mit dieser Methode erkenne ich am besten, wann ein Haar reif ist und welches noch verbleiben sollte. Die Haarfarbe und -struktur bleibt dabei wunderbar erhalten und das nachwachsende Haar darunter kann sich endlich breit machen. In beiden Fällen gilt, dass das Fell systematisch und möglichst in einer Sitzung bearbeitet wird, damit zum einen keine Löcher entstehen, zum anderen das Fell nicht ungleichmäßig wächst.

Es ist auch für mich immer wieder erstaunlich, welche Menge an Wolle nach einer Trimmsitzung herausgeholt wurde. Sie ist manchmal größer als der ganze Hund. Sie haben jetzt den Vorteil, dass Ihr Liebling zuhause nicht mehr haart.

Was gibt es noch zu sagen?

Ein Trimmhund sollte in der Regel alle 3-4 Monate getrimmt werden. Vor dem Trimmen braucht er nicht gebadet zu werden. Wenn Sie keine anderen Vorstellungen haben, trimme ich nach dem Rasse-Standard. Eine Sitzung dauert – abhängig von der Größe und Reife des Hundehaares – zwischen 90 und 120 Minuten. 

Warum Ihnen jeder gute Hundefriseur rät: Trimmen statt Scheren

Das wichtigste Argument dagegen ist wohl, dass das Scheren die toten Haare nicht entfernt. Die abgestorbenen Haarwurzeln bleiben in der Haut stecken. Es werden lediglich alle Haare abgeschnitten. Ihr Hund wird sich deshalb weiter kratzen und die Haut kann auch nicht besser atmen.

Die rassetypische Haarfarbe geht durch das Scheren verloren. Dazu sollte man wissen, dass die Pigmente in den Spitzen des Deckhaars sitzen. Beim Schneiden werden diese Spitzen abgeschnitten und das nachwachsende Haar verliert so seine spezifische Leuchtkraft. Zudem wird es feiner und dünner und das Fell auch noch weicher dazu. Das typische Haarkleid eines Rauhaar-Hundes verändert sich.

Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Dadurch, dass das Haar feiner und weicher wird, verfilzt es schneller. Sie sehen, Scheren hilft Ihrem Freund nicht wirklich. Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Hund getrimmt, geschert oder gecardet werden soll, fragen Sie mich einfach.